Pflegeprofessionelles Selbstverständnis in der Nephrologie
Liebe Leserinnen und Leser,
heute lesen Sie die erste Ausgabe und jeweils zum 15. jeden neuen Quartals erscheint eine neue Ausgabe.
Um was geht es in dieser Ausgabe?
Mit der Resolution der 78. Weltgesundheitsversammlung hat die WHO im Mai 2025 ein wichtiges Signal gesetzt: Chronische Nierenerkrankungen (CKD) werden erstmals als globale Priorität im Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten anerkannt. Damit wird sichtbar, was Fachleute in der nephrologischen Versorgung seit Jahren erleben – CKD ist längst eine Volkskrankheit mit wachsender Bedeutung für Gesundheitswesen und Gesellschaft.
Diese politische Anerkennung fordert alle Berufsgruppen heraus, gewohnte Strukturen zu überdenken. Versorgung muss stärker vernetzt, digital unterstützt und patientenzentriert gestaltet werden. Digitale Gesundheitsangebote wie Oska Plus zeigen, wie eine kontinuierliche Begleitung zwischen Arztterminen gelingen kann – mit individueller Beratung, Motivation und fachlicher Expertise.
Für die nephrologische Pflege bedeutet das jedoch weit mehr als die Einführung neuer technischer Tools. Sie steht im Zentrum einer qualitativ hochwertigen Dialyseversorgung und trägt wissenschaftlich begründete Verantwortung für Stabilität, Sicherheit und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Die aktuelle DPS-Studie belegt eindrücklich, dass pflegerische Kompetenz eine tragende Säule unseres Versorgungssystems ist – und als solche stärker wahrgenommen und anerkannt werden muss.
Gleichzeitig spüren wir die Belastungen im Pflegealltag immer deutlicher: steigende Patientenzahlen, komplexere Erkrankungsverläufe und sinkende Personalressourcen. Diese Entwicklung trifft die nephrologische Pflege besonders, denn hier verbinden sich medizinisch-technische Präzision und langjährige Patientenbegleitung auf einzigartige Weise.
Umso wichtiger ist es, dass wir als Fachverband die Stimme der Pflege erheben – für wissenschaftlich fundiertes Handeln, faire Rahmenbedingungen und echte Beteiligung in allen Fragen der Versorgungsgestaltung. Die Herausforderungen wachsen – aber ebenso wächst die Erkenntnis, dass nephrologische Pflege unverzichtbar ist. Und diese Stärke gilt es sichtbar zu machen.
All diese Themen finden Sie in der neuen Ausgabe, und wir hoffen sehr, dass Ihnen diese gefällt!
Thomas Fernsebner M. A.
Akademie nephrologischer Berufsgruppen GmbH
Redaktionelle Leitung