Oska bringt Gesundheitsberatung per App – Vorteile für Patientinnen, Pflege und den Systemalltag

In einer Zeit, in der chronische Erkrankungen rasant zunehmen, setzt Oska Health auf digitale Begleitung zwischen Arztterminen. Über die Plattform „Oska Plus“ bietet Oska chronisch kranken Menschen – etwa mit Hypertonie, Diabetes oder Nierenerkrankung (u.a. CKD) – über eine App oder per Telefon/Video eine persönliche Gesundheits- und Ernährungsberatung über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr an.
Was genau macht Oska?
Oska kombiniert technologische Tools (z. B. Ernährungstracking, Blutdruckaufzeichnungen, Wissensvermittlung, Gamification) mit menschlicher, individueller Beratung durch erfahrene Pflegefachkräfte mit Weiterbildung in Nephrologie oder Intensiv und Anästhesie und Ernährungsberater:innen, die Oecotrophologie oder Diätetik studiert haben. Die teilnehmenden Versicherten können zu jeder Zeit Fragen zu Laborwerten, Medikamenten, Befunden und / oder Lebensstil stellen. Sie erhalten Rückmeldung, Motivation und strukturierte Empfehlungen, um Routinen zu etablieren. Regelmäßige Webinare zu wechselnden Themen, Mitmacheinheiten zur Ernährung, Bewegung und Entspannung runden das Angebot ab.
Im Idealfall sollen diese Maßnahmen helfen, medizinische Therapieempfehlungen im Alltag besser umzusetzen und Komplikationen zu vermeiden.
Für die Anbieterseite – also Ärzt:innen, Pflegefachkräfte und Krankenkassen – ergibt sich daraus ein klarer Vorteil: Die Betreuung wird über die ärztlichen Termine hinaus verlängert, ersetzt diese jedoch nicht. Durch die enge Begleitung der Patient:innen wird die Compliance gestärkt und die Kommunikation mit dem Praxisteam erleichtert.
Besonders in nephrologischen Praxen bietet Oska eine wertvolle Unterstützung: Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte werden spürbar entlastet, da Routinefragen, Dokumentation und Verlaufsgespräche digital begleitet werden können. So bleibt mehr Zeit für komplexe medizinische Aufgaben und persönliche Gespräche in der Praxis.
Das Programm wird schon von vielen gesetzlichen Krankenkassen übernommen, weitere folgen – bei kooperierenden Kassen ist die Nutzung für Patient:innen kostenfrei für mindestens zwölf Monate.
Studie: erste Evaluation nach rund 4,5 Monaten
Oska veröffentlichte im März 2025 die Ergebnisse einer ersten Studie, die in Zusammenarbeit mit der Uni Heidelberg durchgeführt wurde. Die Studie umfasste eine Stichprobe von 109 Teilnehmenden, die mindestens einen Monat lang und durchschnittlich 4,5 Monate im Programm waren. Ziel war, Effekte auf Verhaltensänderung, Gesundheitskompetenz und die Beziehung zwischen Patient und Gesundheitsberater:in (Arbeitsallianz) zu untersuchen.
Vertrauen (Arbeitsallianz): 96 % der Teilnehmenden gaben an, hohes oder sehr hohes Vertrauen in ihre Gesundheitsberater:innen zu haben.
Gesundheitskompetenz: 92 % berichteten, ihre Kenntnisse zur Erkrankung haben sich verbessert.
Verhaltensänderung: 85 % der Teilnehmenden haben mindestens eine gesundheitsfördernde Verhaltensweise verändert – z. B. reduzierte Salzzufuhr (55 %), Ernährungsumstellung (51 %) oder mehr Bewegung (36 %).
Gewichtsreduktion: 26 % der Teilnehmenden verloren Gewicht.
Die Studie zeigt zudem, dass der Erfolg stärker mit der empfundenen Vertrauensbeziehung und dem Zugewinn an Gesundheitskompetenz zusammenhängt als mit Geschlecht, Alter oder Anzahl der Diagnosen.
Einschätzung & Ausblick
Bereits nach wenigen Monaten zeigen sich messbare Verbesserungen im Verhalten und Wissen der Teilnehmenden. Das zeigt, dass digitale Gesundheitsprogramme wie Oska eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen und pflegerischen Betreuung sein können – insbesondere bei chronisch Erkrankten, deren Alltag stark von der eigenen Selbststeuerung abhängt.
Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie unter www.oska-health.com
Autorenangabe:
Frau Daniela Wittmann und Frau Nina Dietsch
Oska Care Team lead
Literaturverzeichnis
Schmidt, L. I., & Hentschel, Anh-Thu. (2025, März 11). Moderne Versorgung von Menschen mit multiplen chronischen Erkrankungen. Oska Health. oska-health.com
Schmidt, L. I., Jokisch, M. R., Espey, L., Hentschel, A.-T., Rose, D., Fleig, S., Waldeck, M., Best, J. D., & Wagner, J. (2025, September 3). Health literacy and guideline-adherent lifestyle in people with chronic kidney disease: exploring factors associated with usage intention of a structured m-health program and pilot data on actual behavior change. Frontiers in Nephrology. frontiersin.org/journals/nephrology/articles/10.3389/fneph.2025.1629438/full