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04/26
Inhaltsverzeichnis

Evidenzbasierte Handlungsmöglichkeiten bei depressiven Symptomen im nephrologischen Alltag

Dieser nun dritte Folgeartikel im Themenkomplex psychischer Erkrankungen vermittelt praxisnahe und evidenzbasierte Handlungsmöglichkeiten für den nephrologischen Alltag und zeigt auf, wie Pflegekräfte Patientinnen und Patienten durch Orientierung, Ressourcenaktivierung und die Vermittlung geeigneter Unterstützungsangebote begleiten können.

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Beispielbild: pexels

Abstract

Hintergrund: Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Begleiterkrankungen chronischer Nierenerkrankungen und beeinflussen Therapieadhärenz, Lebensqualität sowie den Krankheitsverlauf erheblich. Pflegekräfte nehmen aufgrund ihres kontinuierlichen Kontakts zu den Betroffenen eine wichtige Rolle bei der frühzeitigen Erkennung und Begleitung depressiver Symptome ein.

Ziel: Das E-Journal vermittelt praxisnahe und evidenzbasierte Handlungsmöglichkeiten für den nephrologischen Alltag und zeigt auf, wie Pflegekräfte Patientinnen und Patienten durch Orientierung, Ressourcenaktivierung und die Vermittlung geeigneter Unterstützungsangebote begleiten können.

Inhalt: Vorgestellt werden die Lotsenfunktion der Pflege, Verhaltensaktivierung, Förderung der Selbstwirksamkeit, motivierende Gesprächsführung sowie Warnsignale, die eine weiterführende Behandlung erforderlich machen. Darüber hinaus wird die Einordnung digitaler Gesundheitsanwendungen als ergänzende Versorgungsoption vorgenommen.

Schlussfolgerung: Pflegekräfte leisten einen wesentlichen Beitrag zur frühzeitigen Erkennung depressiver Symptome und zur Initiierung einer leitliniengerechten Versorgung. Bereits kleine Interventionen können den Zugang zu einer wirksamen Behandlung erleichtern.

Schlüsselwörter: Depression; chronische Nierenerkrankung; Dialyse; Pflege; Therapieadhärenz; Digitale Gesundheitsanwendungen

Einleitung

Chronische Nierenerkrankungen stellen für Betroffene nicht nur eine erhebliche körperliche, sondern auch eine psychische Belastung dar. Die regelmäßige Dialysebehandlung, Einschränkungen im beruflichen und sozialen Leben sowie die Auseinandersetzung mit einer chronischen Erkrankung führen häufig zu Ängsten, Zukunftssorgen und depressiven Symptomen. Depressionen zählen deshalb zu den häufigsten psychischen Begleiterkrankungen in der Nephrologie. Internationale Studien zeigen Prävalenzen zwischen 20 und 30 %, wobei die Häufigkeit je nach Patientenkollektiv erheblich variieren kann (Hedayati et al., 2009, 2012).

Depressive Symptome wirken sich nicht nur auf die psychische Gesundheit aus. Sie stehen in engem Zusammenhang mit einer verminderten Therapieadhärenz, einer geringeren Lebensqualität sowie einer erhöhten Hospitalisierungs- und Mortalitätsrate (Kimmel 2005; Hedayati et al. 2012). Gleichzeitig bleiben Depressionen im nephrologischen Alltag häufig unerkannt oder werden als nachvollziehbare Reaktion auf die chronische Erkrankung fehlinterpretiert. Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt daher, depressive Symptome frühzeitig zu erkennen und Betroffene einer leitliniengerechten Behandlung zuzuführen (Bundesärztekammer et al. 2022).

Die ersten beiden e-Journal Ausgaben dieser Reihe befassten sich mit dem Erkennen depressiver Symptome und einer wertschätzenden Gesprächsführung. Beide Themen bilden die Grundlage einer patientenzentrierten Versorgung. Ebenso wichtig ist jedoch die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten sich nach dem Erkennen einer Depression ergeben.

Pflegekräfte nehmen hierbei eine zentrale Rolle ein. Durch den regelmäßigen Kontakt während der Dialyse können sie Veränderungen im Befinden ihrer Patientinnen und Patienten häufig frühzeitig wahrnehmen. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Depressionen zu behandeln, sondern Orientierung zu geben, Ressourcen zu stärken und den Zugang zu geeigneten Unterstützungsangeboten zu erleichtern. Damit übernehmen sie eine wichtige Lotsenfunktion innerhalb des multiprofessionellen Behandlungsteams.

Dieses E-Journal vermittelt einen Überblick über evidenzbasierte Handlungsmöglichkeiten bei depressiven Symptomen im nephrologischen Alltag. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Interventionen, die unmittelbar in den Versorgungsalltag integriert werden können. Neben der Lotsenfunktion der Pflege werden Verhaltensaktivierung, Förderung der Selbstwirksamkeit, motivierende Gesprächsführung sowie Warnsignale vorgestellt, die eine weiterführende Behandlung erforderlich machen. Abschließend wird die Rolle digitaler Gesundheitsanwendungen als ergänzende Versorgungsoption eingeordnet.

Depression ist behandelbar - warum frühes Handeln entscheidend ist

Die Diagnose einer Depression löst bei vielen Betroffenen zunächst Verunsicherung aus. Aussagen wie „Damit muss ich wohl leben.“ oder „Das gehört eben zur Dialyse dazu.“ spiegeln eine weit verbreitete Annahme wider, psychische Belastungen seien eine unvermeidbare Folge chronischer Erkrankungen. Diese Sichtweise ist verständlich, entspricht jedoch nicht dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Depressionen gehören zu den am besten untersuchten psychischen Erkrankungen und können heute in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen eine frühzeitige Diagnostik sowie eine leitliniengerechte, am Schweregrad orientierte Behandlung, um einer Chronifizierung vorzubeugen und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern (Bundesärztekammer et al. 2022; NICE 2022).

Auch bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung ist eine Depression keine „normale Begleiterscheinung“ der Dialyse, sondern eine eigenständige Erkrankung. Viele Betroffene erleben Phasen von Traurigkeit, Sorgen oder Überforderung. Halten depressive Symptome jedoch über einen längeren Zeitraum an und beeinträchtigen sie den Alltag erheblich, sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen (Bundesärztekammer et al. 2022).

Unbehandelte Depressionen wirken sich negativ auf den gesamten Krankheitsverlauf aus. Sie gehen unter anderem mit einer verminderten Therapieadhärenz, einer geringeren körperlichen Aktivität sowie einer erhöhten Hospitalisierungs- und Mortalitätsrate einher (Hedayati et al. 2012; Kimmel 2005). Gerade im nephrologischen Alltag werden Antriebslosigkeit oder sozialer Rückzug jedoch häufig als mangelnde Motivation missverstanden, obwohl sie typische Symptome einer Depression darstellen.

Pflegekräfte können wesentlich dazu beitragen, diesen Kreislauf frühzeitig zu durchbrechen. Sie erleben Patientinnen und Patienten regelmäßig und genießen häufig ein besonderes Vertrauensverhältnis. Bereits die Vermittlung einer einfachen Botschaft – „Depressionen sind behandelbar und wir unterstützen Sie dabei, den passenden Weg zu finden.“– kann Hoffnung vermitteln und die Bereitschaft fördern.

Impuls

Depressionen sind gut behandelbar. Ein wertschätzendes Gespräch kann der erste Schritt in eine erfolgreiche Behandlung sein.

Die Lotsenfunktion der Pflege - Orientierung geben statt therapieren

Pflegekräfte verbringen deutlich mehr Zeit mit ihren Patientinnen und Patienten als viele andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Im Rahmen der regelmäßigen Dialyse entstehen häufig vertrauensvolle Beziehungen, die Veränderungen im psychischen Befinden früh sichtbar werden lassen. Diese Nähe bietet die Chance, depressive Symptome frühzeitig wahrzunehmen und Betroffene auf geeignete Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen.

Die Aufgabe der Pflege besteht dabei nicht darin, eine Depression zu diagnostizieren oder psychotherapeutisch zu behandeln. Vielmehr übernimmt sie eine Lotsenfunktion: Sie erkennt Warnsignale, spricht Veränderungen wertschätzend an, informiert über Behandlungsmöglichkeiten und unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, den nächsten Schritt zu gehen. Dieses Vorgehen entspricht dem Konzept der patientenzentrierten Versorgung und des multiprofessionellen Arbeitens (Bundesärztekammer et al. 2022; WHO 2022; KDIGO 2024).

Gerade Menschen mit chronischer Nierenerkrankung erleben ihre Behandlung häufig als komplex und belastend. Neben medizinischen Entscheidungen müssen sie ihren Alltag neu organisieren, körperliche Einschränkungen bewältigen und emotionale Belastungen verarbeiten. Viele wissen nicht, an wen sie sich mit ihren Sorgen wenden können. Hier kann die Pflege Orientierung geben und vorhandene Unterstützungsangebote sichtbar machen.

Zur Lotsenfunktion gehört insbesondere,

  • aufmerksam zuzuhören,
  • Veränderungen ernst zu nehmen,
  • Hoffnung zu vermitteln,
  • geeignete Ansprechpartner zu benennen,
  • den Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten oder psychotherapeutischen Angeboten anzuregen und
  • Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg zu begleiten.

Die Pflege entscheidet dabei nicht über die Therapie, sondern erleichtert den Zugang zu einer angemessenen Versorgung. Studien zeigen, dass eine frühe Vermittlung professioneller Hilfe die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Betroffene eine leitliniengerechte Behandlung erhalten und diese auch fortführen (NICE 2022).

Impuls

Pflegekräfte müssen Depressionen nicht behandeln. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, depressive Symptome früh zu erkennen, Orientierung zu geben und den Zugang zu professioneller Unterstützung zu erleichtern.

Evidenzbasierte Behandlungsmöglichkeiten – ein Überblick

Für die Behandlung einer Depression stehen heute verschiedene wissenschaftlich gut untersuchte Verfahren zur Verfügung. Welche Maßnahme im Einzelfall geeignet ist, richtet sich nach Schweregrad der Erkrankung, den Wünschen der Patientin oder des Patienten sowie möglichen Begleiterkrankungen. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen ein abgestuftes Vorgehen mit individuell angepassten Behandlungsangeboten (Bundesärztekammer et al. 2022; NICE 2022).

Die wichtigsten Säulen der Behandlung sind:

Psychoedukation

Ein erster wichtiger Schritt besteht darin, Betroffene über das Krankheitsbild zu informieren. Das Verständnis, dass eine Depression eine behandelbare Erkrankung und kein persönliches Versagen ist, kann Schuldgefühle reduzieren und die Bereitschaft fördern, Hilfe anzunehmen. Psychoedukation stärkt zudem die aktive Beteiligung an der Behandlung und verbessert die Therapieadhärenz (Bundesärztekammer et al. 2022).

Psychotherapie

Bei leichten bis mittelschweren Depressionen gilt eine evidenzbasierte Psychotherapie als Behandlung der ersten Wahl. Besonders gut untersucht sind die Kognitive Verhaltenstherapie, Interpersonelle Psychotherapie sowie achtsamkeitsbasierte Verfahren. Ziel ist es, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern (NICE 2022).

Medikamentöse Behandlung

Bei mittelgradigen bis schweren Depressionen können Antidepressiva eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zur Psychotherapie darstellen. Die Auswahl erfolgt individuell und unter Berücksichtigung möglicher Wechselwirkungen sowie der Nierenfunktion. Die medikamentöse Behandlung liegt in ärztlicher Verantwortung (DGPPN et al. 2022).

Körperliche Aktivität

Regelmäßige Bewegung kann depressive Symptome nachweislich lindern. Bereits moderate körperliche Aktivität verbessert Stimmung, Schlafqualität und Selbstwirksamkeit. Auch für Dialysepatientinnen und -patienten zeigen Studien positive Effekte angepasster Bewegungsprogramme auf das psychische Wohlbefinden (WHO 2022).

Selbsthilfe und soziale Unterstützung

Selbsthilfegruppen, Angehörige und soziale Netzwerke tragen wesentlich zur Krankheitsbewältigung bei. Der Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen vermittelt Zugehörigkeit, reduziert Isolation und stärkt vorhandene Ressourcen.

Digitale Gesundheitsanwendungen

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) erweitern das Behandlungsspektrum. Sie eignen sich gut in der Behandlung von leichten bzw. mittelgradigen depressiven Episoden. Bei schweren depressiven Episoden ersetzen sie keine Behandlung, können jedoch u.U. flankierend eingesetzt werden.

DiGA ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zu evidenzbasierten psychotherapeutischen Inhalten und können Wartezeiten auf einen Therapieplatz sinnvoll überbrücken, Chronifizierung verhindern oder eine laufende Behandlung ergänzen. Voraussetzung ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Verordnung beziehungsweise Genehmigung durch die Krankenkasse.

Pflegekräfte müssen diese Verfahren nicht selbst durchführen. Entscheidend ist, die verschiedenen Möglichkeiten zu kennen, um Patientinnen und Patienten Orientierung zu geben und gemeinsam passende Unterstützungsangebote auszuwählen.

Impuls

Depressionen lassen sich heute mit verschiedenen evidenzbasierten Verfahren wirksam behandeln. Pflegekräfte müssen diese Maßnahmen nicht selbstdurchführen – ihre Aufgabe besteht darin, Orientierung zu geben und den Zugang zu geeigneten Unterstützungsangeboten zu erleichtern.

Abb. 1: Stimmen aus der Patientenbegleitung, MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG

Verhaltensaktivierung – kleine Schritte mit großer Wirkung

Ein zentrales Merkmal einer Depression ist der Verlust von Antrieb und Interesse. Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben, werden zunehmend vermieden. Dieser Rückzug führt häufig dazu, dass positive Erlebnisse ausbleiben und sich die depressive Stimmung weiter verstärkt. Es entsteht ein Teufelskreis aus Antriebslosigkeit, sozialem Rückzug und zunehmender Hoffnungslosigkeit (Martell, Dimidjian & Herman-Dunn 2013).

Die Verhaltensaktivierung ist ein wissenschaftlich gut untersuchter Baustein der Kognitiven Verhaltenstherapie. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten schrittweise wieder an Aktivitäten heranzuführen, die Erfolgserlebnisse, Struktur und positive Erfahrungen ermöglichen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst viel zu leisten. Entscheidend ist, mit kleinen, realistischen Schritten zu beginnen und Überforderung zu vermeiden (Bundesärztekammer et al. 2022).

Auch Pflegekräfte können diesen Prozess unterstützen. Sie übernehmen dabei keine therapeutische Rolle, sondern helfen den Betroffenen, erreichbare Ziele zu formulieren und bereits kleine Fortschritte wahrzunehmen. Häufig genügt eine einfache Frage wie: „Was wäre heute ein kleiner Schritt, den Sie sich zutrauen?" Diese ressourcenorientierte Haltung stärkt die Eigeninitiative und vermittelt Zuversicht.

Gerade bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung sollten die vereinbarten Aktivitäten an die individuelle körperliche Belastbarkeit angepasst werden. Kleine Spaziergänge, ein Telefonat mit einer vertrauten Person, das Lesen weniger Seiten eines Buches oder das Pflegen einer Zimmerpflanze können bereits erste Erfolgserlebnisse schaffen. Entscheidend ist nicht die Größe der Aufgabe, sondern die Erfahrung: „Ich kann wieder etwas bewirken."

Abb. 2: Der Aktivierungskreislauf, Dr. Gabriele Angenendt
Impuls

Verhaltensaktivierung bedeutet nicht, möglichst viel zu tun. Sie bedeutet, mit kleinen, erreichbaren Schritten wieder positive Erfahrungen zu ermöglichen. Gerade diese kleinen Erfolge können den Weg aus dem depressiven Rückzug eröffnen.

Wissenschaftlicher Hinweis: Die Verhaltensaktivierung zählt heute zu den am besten untersuchten psychotherapeutischen Verfahren bei Depressionen und wird in nationalen und internationalen Leitlinien ausdrücklich empfohlen (Bundesärztekammer et al. 2022; NICE 2022). Für Pflegekräfte ist sie keine therapeutische Intervention im engeren Sinne, sondern eine hilfreiche Orientierung, um Patientinnen und Patienten im Alltag zu motivieren und ihre Selbstwirksamkeit zu fördern.

Selbstwirksamkeit fördern – Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken

Menschen mit einer Depression erleben häufig einen tiefgreifenden Verlust an Zuversicht. Viele haben das Gefühl, den Anforderungen ihres Alltags nicht mehr gewachsen zu sein oder ihre Situation nicht beeinflussen zu können. Sätze wie „Ich schaffe das nicht mehr.“ oder „Es hat sowieso keinen Sinn.“ spiegeln diese innere Überzeugung wider. Gerade bei chronischen Erkrankungen kann dieses Erleben dazu führen, dass Betroffene notwendige Behandlungen vernachlässigen oder sich zunehmend aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen.

Das Konzept der Selbstwirksamkeit beschreibt die Überzeugung eines Menschen, schwierige Situationen aus eigener Kraft bewältigen zu können (Bandura 1997). Zahlreiche Studien zeigen, dass eine hohe Selbstwirksamkeit mit einer besseren Krankheitsbewältigung, einer höheren Therapieadhärenz und einer besseren psychischen Gesundheit verbunden ist. Auch bei chronischen Erkrankungen gilt sie als wichtiger Schutzfaktor.

Pflegekräfte können wesentlich dazu beitragen, das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Dabei geht es nicht darum, Probleme kleinzureden oder unbegründeten Optimismus zu vermitteln. Vielmehr stehen die bereits vorhandenen Ressourcen im Mittelpunkt. Fragen wie „Was hat Ihnen in einer schwierigen Situation früher geholfen?" oder „Was ist Ihnen trotz allem in den letzten Tagen gelungen?" lenken den Blick auf vorhandene Stärken und erfolgreiche Bewältigungsstrategien.

Selbst kleine Erfolgserlebnisse verdienen Aufmerksamkeit. Wer erlebt, dass eigenes Handeln eine positive Wirkung hat, entwickelt schrittweise neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dieses Erleben bildet häufig die Grundlage für weitere Veränderungen.

Impuls

Selbstwirksamkeit entsteht durch die Erfahrung: „Ich kann etwas bewirken." Jede positive Erfahrung – auch wenn sie klein erscheint – kann neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten fördern.

Abb. 3: Der Selbstwirksamkeitskreislauf, Dr. Gabriele Angenendt

Wissenschaftlicher Hinweis: Die Förderung der Selbstwirksamkeit ist ein zentrales Element moderner Gesundheitsförderung und der Verhaltenstherapie. Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeit nehmen Unterstützungsangebote häufiger an, bleiben Therapien länger treu und bewältigen chronische Erkrankungen erfolgreicher als Personen, die ihre eigene Einflussmöglichkeit als gering erleben (Bandura 1997; Schwarzer & Jerusalem 2002).

Motivierende Gesprächsführung – Veränderung ermöglichen statt überzeugen

Viele Menschen mit einer Depression wissen, dass ihnen Unterstützung guttun würde und zögern dennoch, Hilfe anzunehmen. Scham, Hoffnungslosigkeit, Angst vor Stigmatisierung oder die Sorge, anderen zur Last zu fallen, können dazu führen, dass notwendige Behandlungsangebote abgelehnt werden. Für Pflegekräfte ist es deshalb hilfreich, nicht zu argumentieren oder zu drängen, sondern die Patientinnen und Patienten dabei zu unterstützen, ihre eigene Motivation zur Veränderung zu entdecken.

Die Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing, MI) wurde von Miller und Rollnick entwickelt und ist eine wissenschaftlich gut untersuchte Methode zur Förderung von Veränderungsbereitschaft (Miller & Rollnick 2023). Im Mittelpunkt steht eine partnerschaftliche Haltung, die Autonomie respektiert und die persönlichen Beweggründe der Betroffenen in den Vordergrund stellt. Ziel ist nicht, Menschen zu überzeugen, sondern sie dabei zu begleiten, eigene Lösungen zu entwickeln.

Gerade im nephrologischen Alltag eignet sich dieser Ansatz besonders gut. Pflegekräfte erleben häufig, dass Patientinnen und Patienten zwischen dem Wunsch nach Veränderung und dem Gefühl der Überforderung schwanken. Ambivalenz ist dabei kein Zeichen mangelnder Motivation, sondern ein normaler Bestandteil jedes Veränderungsprozesses.

Hilfreich sind vor allem offene Fragen, wertschätzende Rückmeldungen, aktives Zuhören und das Zusammenfassen der wichtigsten Aussagen. Dadurch fühlen sich Betroffene ernst genommen und entwickeln häufiger eigene Ideen für den nächsten Schritt.

Was vermieden werden sollte:

„Sie müssen jetzt endlich etwas tun."

„Sie sollten positiver denken."

„Das schaffen andere doch auch."

„Sie müssen sich nur mehr anstrengen."

Solche Aussagen können Schuldgefühle verstärken und Widerstand auslösen. Menschen verändern ihr Verhalten nachhaltiger, wenn sie ihre eigenen Gründe für eine Veränderung erkennen.

Impuls

Motivierende Gesprächsführung bedeutet, Veränderungsbereitschaft nicht zu erzeugen, sondern sie sichtbar zu machen. Wer sich verstanden fühlt, ist eher bereit, neue Wege auszuprobieren.

Abb. 4: Grundelement der motivierenden Gesprächsführung, Dr. Gabriele Angenendt

Wissenschaftlicher Hinweis: Motivational Interviewing verbessert nachweislich die Bereitschaft zur Verhaltensänderung und wird erfolgreich bei zahlreichen chronischen Erkrankungen eingesetzt. Auch im nephrologischen Kontext kann eine motivierende Gesprächsführung dazu beitragen, die Therapieadhärenz zu fördern und Patientinnen und Patienten den Zugang zu weiterführenden Unterstützungsangeboten zu erleichtern (Miller & Rollnick 2023; Lundahl et al. 2013).

Warnsignale erkennen – wann weiterführende Hilfe notwendig ist

Nicht jede depressive Verstimmung erfordert sofort eine spezialisierte Behandlung. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine zeitnahe ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung dringend erforderlich ist. Pflegekräfte spielen hierbei eine wichtige Rolle, da sie ihre Patientinnen und Patienten regelmäßig sehen und Veränderungen oft früh bemerken.

Warnsignale können sich schleichend entwickeln oder innerhalb kurzer Zeit deutlich verstärken. Entscheidend ist deshalb nicht nur die einzelne Beobachtung, sondern auch die Veränderung im Vergleich zum bisherigen Verhalten. Wirken Betroffene über einen längeren Zeitraum hoffnungslos, ziehen sie sich zunehmend zurück oder äußern sie den Wunsch, nicht mehr leben zu wollen, sollte dies immer ernst genommen werden (Bundesärztekammer et al. 2022).

Besondere Aufmerksamkeit erfordern Aussagen, die auf Suizidgedanken oder eine ausgeprägte Hoffnungslosigkeit hinweisen. Entgegen einer weit verbreiteten Sorge erhöht das direkte Ansprechen solcher Gedanken nicht das Suizidrisiko. Im Gegenteil: Ein offenes, wertschätzendes Gespräch kann entlastend wirken und den Zugang zu professioneller Hilfe erleichtern (WHO 2023).

Auch deutliche Veränderungen des Verhaltens können Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Krise sein. Dazu gehören beispielsweise eine ausgeprägte Selbstvernachlässigung, das wiederholte Versäumen von Dialyseterminen, ein vollständiger sozialer Rückzug oder psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen. In diesen Situationen sollten Pflegekräfte zeitnah die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt informieren und das weitere Vorgehen im Behandlungsteam abstimmen.

Wichtig ist dabei die eigene Rollenklärung: Pflegekräfte tragen nicht die Verantwortung für die Diagnosestellung oder Krisenintervention, leisten aber einen entscheidenden Beitrag, indem sie Veränderungen früh erkennen, dokumentieren und weitergeben.

Impuls

Suizidgedanken sollten immer ernst genommen und offen angesprochen werden. Pflegekräfte müssen Krisen nicht allein bewältigen, ihre Aufgabe besteht darin, aufmerksam zu beobachten, das Gespräch zu suchen und professionelle Hilfe einzuleiten.

Notfallkasten. Akut handeln bei:
  • Konkreten Suizidgedanken oder -plänen

  • Psychotischen Symptomen

  • Erheblicher Eigengefährdung

  • Fehlender Fähigkeit zur Selbstversorgung

Merksatz: Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel Rücksprache halten als einmal zu wenig.

Wissenschaftlicher Hinweis: Die Nationale VersorgungsLeitlinie Depression empfiehlt bei Hinweisen auf Suizidalität oder andere schwere psychiatrische Symptome eine unmittelbare Risikoabschätzung und die Einleitung geeigneter Schutzmaßnahmen (Bundesärztekammer et al. 2022). Für Pflegekräfte bedeutet dies, Warnsignale nicht zu bagatellisieren, sondern entsprechend der hausinternen Abläufe zu handeln. Ein klares Vorgehen schafft Sicherheit – sowohl für die Betroffenen als auch für das Behandlungsteam.

Unterstützungsangebote kennen – gemeinsam den passenden Weg finden

Nach dem Erkennen depressiver Symptome und einem ersten wertschätzenden Gespräch stellt sich häufig die Frage:

Wie geht es jetzt weiter? Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich von der Vielzahl möglicher Hilfsangebote zunächst überfordert. Pflegekräfte können in dieser Situation Orientierung geben, indem sie die vorhandenen Versorgungswege kennen und Betroffene bei der Auswahl geeigneter Unterstützung begleiten.

Dabei gibt es nicht den einen richtigen Behandlungsweg. Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt von der Schwere der Symptome, den individuellen Bedürfnissen, den persönlichen Lebensumständen und den vorhandenen Ressourcen ab. Häufig werden verschiedene Angebote miteinander kombiniert. Ziel ist eine Versorgung, die sowohl medizinische als auch psychische und soziale Aspekte berücksichtigt (Bundesärztekammer et al. 2022).

Zu den wichtigsten Unterstützungsangeboten gehören:

Hausärztliche und fachärztliche Versorgung

Für viele Betroffene ist die Hausärztin oder der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Dort können depressive Symptome abgeklärt, erste Behandlungsschritte eingeleitet und – falls erforderlich – an Fachärztinnen, Fachärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten überwiesen werden.

Psychotherapeutische Behandlung

Psychotherapie unterstützt Betroffene dabei, belastende Gedanken und Verhaltensmuster zu verändern, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln und den Umgang mit der chronischen Erkrankung zu erleichtern. Sie ist ein zentraler Bestandteil der leitliniengerechten Depressionsbehandlung (NICE 2022).

Medikamentöse Therapie

Je nach Schweregrad können Antidepressiva eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Entscheidung über eine medikamentöse Behandlung trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Situation und möglicher Begleiterkrankungen.

Selbsthilfe und Angehörige

Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Betroffenen auszutauschen und soziale Unterstützung zu erfahren. Auch Angehörige sind häufig wichtige Begleiter im Krankheitsverlauf und können wesentlich dazu beitragen, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen und die Behandlung zu unterstützen. Der Bundesverband Niere e.V. hat zudem ein Programm aufgelegt, in dem sich Patienten selbst zu Patientenbegleiter ausbilden lassen können.

Digitale Gesundheitsanwendungen

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) erweitern das Behandlungsspektrum. Sie eignen sich gut in der Behandlung von leichten bzw. mittelgradigen depressiven Episoden. Bei schweren depressiven Episoden ersetzten sie keine Behandlungen, können jedoch u.U. flankierend eingesetzt werden.

DiGA ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zu evidenzbasierten psychotherapeutischen Inhalten und können Wartezeiten auf einen Therapieplatz sinnvoll überbrücken, Chronifizierungen verhindern oder eine laufende Behandlung ergänzen. Voraussetzung ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Verordnung beziehungsweise Genehmigung durch die Krankenkasse.

Pflegekräfte müssen diese Verfahren nicht selbst durchführen. Entscheidend ist, die verschiedenen Möglichkeiten zu kennen, um Patientinnen und Patienten Orientierung zu geben und gemeinsamen passende Unterstützungsangebote auszuwählen.

Impuls

Nicht jedes Unterstützungsangebot passt zu jedem Menschen. Pflegekräfte helfen, den individuell passenden Weg zu finden und die ersten Schritte in eine weiterführende Behandlung zu erleichtern.

Diskussion

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Begleiterkrankungen bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und haben erhebliche Auswirkungen auf Lebensqualität, Krankheitsbewältigung und Therapieadhärenz. Gleichzeitig zeigen Studien, dass depressive Symptome im nephrologischen Versorgungsalltag noch immer häufig nicht erkannt oder zu spät behandelt werden (Hedayati et al. 2012). Damit bleiben Chancen ungenutzt, den Krankheitsverlauf und das Wohlbefinden der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.

Pflegekräfte nehmen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle ein. Durch den regelmäßigen Kontakt während der Dialyse erleben sie Veränderungen im Befinden ihrer Patientinnen und Patienten häufig früher als andere Berufsgruppen. Daraus ergibt sich jedoch keine therapeutische Verantwortung, sondern eine wichtige Lotsenfunktion. Wertschätzende Gespräche, das Erkennen von Warnsignalen und die Vermittlung geeigneter Unterstützungsangebote können wesentlich dazu beitragen, dass Betroffene frühzeitig eine leitliniengerechte Behandlung erhalten.

Die in diesem Beitrag beschriebenen Maßnahmen – Verhaltensaktivierung, Förderung der Selbstwirksamkeit und motivierende Gesprächsführung – ersetzen keine Psychotherapie. Sie bieten Pflegekräften jedoch praktische Möglichkeiten, Patientinnen und Patienten im Alltag zu unterstützen und Hoffnung zu vermitteln. Bereits kleine Interventionen können dazu beitragen, dass Betroffene wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln und den nächsten Schritt in Richtung Behandlung wagen.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Versorgung psychischer Erkrankungen. Evidenzbasierte digitale Gesundheitsanwendungen erweitern die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten und können insbesondere Wartezeiten auf eine Psychotherapie überbrücken oder eine laufende Behandlung ergänzen. Voraussetzung ist jedoch, dass Patientinnen und Patienten über diese Angebote informiert werden und ihre Anwendung fachlich begleitet wird. Auch hier können Pflegekräfte einen wichtigen Beitrag leisten, indem Sie Online-Anwendungen wie beispielsweise das evidenzbasierte Therapieprogramm von Selfapy kennen und den Patientinnen und Patienten die Vorzüge dieser Anwendungen nahe bringen können.

Die zukünftige Versorgung depressiver Menschen mit chronischer Nierenerkrankung wird zunehmend multiprofessionell, patientenzentriert und digital unterstützt sein (KDIGO 2024) Voraussetzung hierfür ist, dass alle beteiligten Berufsgruppen ihre jeweiligen Kompetenzen kennen und eng zusammenarbeiten. Pflegekräfte sind dabei ein unverzichtbarer Bestandteil des Behandlungsteams.

Fazit für die Praxis

Depressionen sind bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung häufig, aber gut behandelbar. Pflegekräfte können wesentlich dazu beitragen, dass psychische Belastungen früh erkannt und Betroffene auf ihrem Weg zu einer angemessenen Behandlung begleitet werden.

Die wichtigste Aufgabe besteht nicht darin, Depressionen selbst zu behandeln. Entscheidend sind Aufmerksamkeit, eine wertschätzende Haltung und das Wissen um geeignete Unterstützungsangebote. Bereits ein offenes Gespräch kann Hoffnung vermitteln und den ersten Schritt in Richtung professioneller Hilfe ermöglichen.

Für die Praxis ergeben sich daraus folgende Kernbotschaften:

  • Depressionen frühzeitig wahrnehmen und ernst nehmen
  • Veränderungen offen und wertschätzend ansprechen
  • Ressourcen und Selbstwirksamkeit der Betroffenen stärken
  • Warnsignale erkennen und angemessen handeln
  • Patientinnen und Patienten über geeignete Unterstützungsangebote informieren
  • Digitale Gesundheitsanwendungen als ergänzende Versorgungsoption kennen

Pflege bedeutet nicht nur, Erkrankungen zu behandeln – sie bedeutet auch, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Gerade bei Depressionen kann diese Begleitung den entscheidenden Unterschied machen.

Abb. 5: Stimmen aus der Patientenbegleitung, MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG

Autorenangaben:
Dr. Gabriele Angenendt
Psychologische Psychotherapeutin
Dozentin
Vorstandsmitglied Stiftung Aktion Niere

Mit freundlicher Unterstützung von MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG.

Hinweise zu Interessenkonflikten:
Dr. Gabriele Angenendt steht zu verschiedenen fachlichen Themen in beratender Zusammenarbeit mit der MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG.

Hinweis zum Einsatz Künstlicher Intelligenz

Dieser Beitrag wurde unter Verwendung einer KI-Anwendung als redaktionelle Unterstützung erstellt. Die wissenschaftliche Konzeption, fachliche Prüfung, Endredaktion sowie die Verantwortung für den Inhalt liegen ausschließlich bei der Autorin.


Literaturverzeichnis

Bandura, A. (1997): Self-efficacy: The Exercise of Control. New York: W. H. Freeman.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) (2025): DiGA-Verzeichnis. diga.bfarm.de[Zugriff: 29.07.2026].

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) & Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) (2022): Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression. Langfassung, Version 3.2. Berlin.

DGPPN, BÄK, KBV, AWMF (2022): S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression. Berlin.

Hedayati, S.S., Minhajuddin, A.T., Toto, R.D., Morris, D.W. & Rush, A.J. (2009): Prevalence of major depressive episode in CKD. American Journal of Kidney Diseases, 54(3), 424–432.

Hedayati, S.S., Yalamanchili, V. & Finkelstein, F.O. (2012): A practical approach to the treatment of depression in patients with chronic kidney disease and end-stage renal disease. Kidney International, 81(3), 247–255.

KDIGO (2024): KDIGO Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney Disease: Improving Global Outcomes.

Kimmel, P.L. (2005): Depression in patients with chronic renal disease: What we know and what we need to know. Journal of Psychosomatic Research, 53, 951–956.

Lundahl, B., Moleni, T., Burke, B.L. et al. (2013): Motivational Interviewing in medical care settings: A systematic review and meta-analysis. Patient Education and Counseling, 93(2), 157–168.

Martell, C.R., Dimidjian, S. & Herman-Dunn, R. (2013): Behavioral Activation for Depression. A Clinician's Guide. New York: Guilford Press.

Miller, W.R. & Rollnick, S. (2023): Motivational Interviewing. Helping People Change. 4. Auflage. New York: Guilford Press.

National Institute for Health and Care Excellence (NICE) (2022): Depression in adults: treatment and management (NG222). London.

Schwarzer, R. & Jerusalem, M. (2002): Das Konzept der Selbstwirksamkeit. In: Jerusalem, M. & Hopf, D. (Hrsg.): Selbstwirksamkeit und Motivationsprozesse in Bildungsinstitutionen. Weinheim: Beltz.

World Health Organization (WHO) (2022): World Mental Health Report: Transforming Mental Health for All. Genf.

World Health Organization (WHO) (2023): Suicide Prevention. Genf.

Inhaltsverzeichnis fnb eJournal 04/26
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  • Editorial
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